Paradies für Nützlinge

Eine richtige Gartengestaltung lockt Tierchen an, die im Garten nützliche Dienste erweisen, wie z. B. Marienkäfer: Sie verdrücken Zeit ihres Lebens bis zu 5000 Blattläuse! Wie man Nützlinge ansiedelt, verrät Experte Michael Gerber.

 

Was sind «Nützlinge» eigentlich?
Michael Gerber, Planer, Meyer Gärten AG: Nützlinge ernähren sich von anderen, für Pflanzen schädlichen Lebewesen. Dieses natürliche Verhalten können wir uns bei der Bekämpfung von Schädlingen zunutze machen. So sind Blattläuse, die sich rasant vermehren und Pflanzen wie z. B. Obstbäumen im wahrsten Sinne den Saft rauben, die Lebensgrundlage für den allseits bekannten und beliebten Marienkäfer. Als direkter Gegenspieler dieses unliebsamen Schädlings ist der Marienkäfer wahrlich ein Glücksbringer!

Warum sind die kleinen Helfer für Natur und Garten so wichtig?

Mit naturnahen Aussenräumen und Gärten schaffen wir Lebensräume, in denen sich Nützlinge entwickeln können, frei von Pestiziden. Damit fördern wir die Biodiversität und gewährleisten das intakte Zusammenspiel von Flora und Fauna, auch in Zukunft – schliesslich ist das die Grundlage allen Lebens!

Was trägt Meyer Gärten dazu bei?
Als Gartenbauunternehmen, das grossen Wert auf die Planung legt, können wir direkt Einfluss nehmen. Dieser hohen Verantwortung sind wir uns bewusst und nehmen diese auch gerne wahr. So verwenden wir, bis auf seltene Ausnahmen, nur biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Unser Ziel ist es, bis in ein, zwei Jahren ausschliesslich bio-logische Mittel einzusetzen. Deshalb nehmen unsere Mitarbeitenden regelmässig an internen und externen Schulungen teil, die sie auf den neusten Wissensstand bringen.


Ist es möglich, durch ansprechende Gartenarchitektur gezielt Nützlinge anzusiedeln?

Ja, Ästhetik und Lebensraum für Nützlinge lassen sich wunderbar auf einen gemeinsamen Nenner bringen! Der Marienkäfer ist höchst dankbar, wenn er zum Überwintern einen Garten vorfindet, wo im Herbst nicht alle Pflanzen radikal zurückgeschnitten sind. Unter Ziergrasbüscheln findet er bis zum Frühjahr Unterschlupf. Zugleich geben mit Raureif oder etwas Schnee überzuckerte Gräser ein äusserst reizvolles Bild ab – ganz im Gegensatz zu einem, über Monate hinweg, leer gefegten Garten. Blattläuse an heimischen Stauden gilt es nachsichtig und bei starkem Befall nur mit nützlingsschonenden Insektiziden zu behandeln. Auch eine hochwertige Trockenmauer schafft Lebensraum für Insekten und ist weitaus ästhetischer als eine amorphe Schotterfläche. Wesentlich ist indes der Leitgedanke, dass eine heimische, gut durchmischte Pflanzung mit hohem Wildformen-Anteil die Grundvoraussetzung ist, um Nützlingen ein attraktives Zuhause zu bieten!

 


 
Ratgeber Kräuter statt Pestizide

Wer kennt es nicht: Auf einmal tummeln sich Schädlinge im – mit viel Schweiss und Herzblut –
gepflegten Garten! Greifen Sie nicht gleich zur Chemie-Keule, vertreiben Sie die
ungebetenen Gäste mithilfe natürlicher Komplizen.

Schnittlauch
Was uns im Salat oder Dip so vorzüglich schmeckt, können Schädlinge nicht ausstehen: Der scharfe Geruch von Schnittlauch verscheucht schädliche Insekten, weshalb er als Randbepflanzung von Gemüsebeeten besonders geeignet ist. Ein Büschel Schnittlauch unter den Erdbeerstauden oder zwischen anfälligen Pflanzen beugt
Pilzbefall wie z. B. Mehltau vor.

Lavendel
Schon im Alten Rom schworen die Menschen auf Lavendel als Insektenschutzmittel. Tatsächlich ist Lavendel dank seiner ätherischen Öle eine dufte Wunderwaffe gegen allerlei Ungeziefer wie Flöhe, Läuse, Mücken oder Ameisen.
Als Einfassung des Gartenbeets hält Lavendel die Kriechtiere vom «unerwünschten Betreten» ab.

Salbei
Im Kampf gegen Blattläuse, Kohlweisslinge, Läuse und insbesondere Schnecken erweist sich das Verteidigungssystem des Salbeis als hochwirksam. So kann man die Heilpflanze mit antibakterieller Wirkung beispielsweise unter Rosensträucher setzen, um diese vor zerstörerischen Schnecken- und Läusebissen zu schützen.

Schnittlauch