«Mudiro»: Andere fühlen sich hilflos, Barbara handelt

Barbaras Herz schlägt seit 20 Jahren für Afrika: In Namibia organisiert sie mit dem Projekt «Mudiro» Ausbildungen für Ärzte und verlegt mit Schaufel und Spaten Wasserleitungen über kilometerweite Distanzen. Ein Tropfen auf den heissen Wüstensand, doch die Münsingerin plant, Dorf um Dorf mit sauberem Trinkwasser zu speisen.

Kinder tollen umher. Flecken und Löcher übersäen ihre Kleidung, wie schwarze Punkte die Glückskäfer. Glück? Das bedeutet hier gewiss etwas ganz anderes als dort, wo das frische Quellwasser selbstverständlich aus dem Wasserhahn rauscht. Frauen stechen mit spitzen Schaufeln in den Sandboden, tiefer und tiefer, bis sich ein langgezogener Graben seinen Weg durch die orange glühende Landschaft bahnt, vorbei an strohbedachten Lehmhütten. Ihre Mienen sind ernst und entschlossen. Inmitten der Schwarzen leuchtet Barbaras blonder Zopf, so goldgelb wie die Sonne auf der Flagge von Namibia. Sie steht für Leben und Lebenskraft. Barbara ist eine von ihnen geworden, sie gehört hierher. «Du hast das Herz einer Schwarzen», sagte die Spitaldirektorin von Rundu einmal zu ihr. Nach zahllosen Schaufel­ladungen ist der Graben tief genug, um die Wasserrohre zu verlegen. Kilometerweit – eine Distanz wie von Münsingen nach Worb.

Kämpferin mit grossem Vorbild

Barbara, die mit ihrer Tochter in Münsingen wohnt, ist eine Kämpfernatur, die nicht nur an das Gute glaubt, sondern es gleich selbst in die Hand nimmt. Worin wurzelt ihr unbändiger Wille, sich für andere zu engagieren? «Anpacken ist schlicht mein innerstes Bedürfnis, es fühlt sich nach dem einzig Richtigen an», sagt sie und gestikuliert mit beiden Händen. Hände, die schon viele Wege aufgezeigt und vieles erschaffen haben. An ihrem Handgelenk schwingt ein silberner Armreif, auf dem die Zahl «46664» eingeprägt ist. «466» war seine Häftlingsnummer und «64» das Jahr, in dem er inhaftiert wurde: Nelson Mandela. «Mein grosses Vorbild», bemerkt sie und weist darauf hin, wie eng der Armreif anliegt, sodass sie ihn nicht mehr abstreifen kann. «Das ist gut so. Scherereien am Zoll hin oder her», sagt sie mit Schalk in den Augen. Den Zoll passiert sie häufig: Barbara reist mindestens vier Mal im Jahr in den Norden Namibias, ins Kavango-Gebiet, das zu den ärmsten Regionen des Landes zählt. «Meine Mutter nannte mich eine Zigeunerin, denn schon als Kind büxte ich gerne aus», erinnert sich Barbara, die mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in Belp grossgeworden ist. Sie sei gemacht für das Leben in anderen Kulturkreisen, mit fremden Menschen. Während ihrer Ausbildung zur Pharma-Assistentin in Wengen betrat regelmässig ein Mann die Apotheke, dessen blasse Haut ein grasgrüner Wollpullover bedeckte. Er besorgte sich jedes Mal ein Vitamin-C-Präparat, was Barbaras Neugier weckte. Er verreise in seine Heimat, begründete er seinen Bedarf, nach Südafrika. «Südafrika? Das kann nicht sein», erwiderte Barbara arglos, «dort gibt es gar keine Weissen!» Doch, doch, die gibt es: Davon hat sich Barbara 1997 mit ihren eigenen abenteuerlustigen Augen überzeugt. Erst sieben Jahre war es dazumal her, dass das Land unab­hän­gig wurde.

«Ich gehe nicht nach Namibia, um ihre Welt zu ver­­­­ändern, sondern um zu verbes­sern, was da ist.»

Barbara Müller

Verbunden im Herz – und per Handy

Sie verliebte sich auf den ersten Trip in Land und Leute. Fortan schenkte sie ihrer neuen Herzensheimat jeden einzelnen Ferientag. Von Südafrika aus erkundete sie Zimbabwe, Botswana – und Namibia, wo sie sich über die Jahre ein zweites Nestlein gebaut hat – ein fahrbares. Im «Land der endlosen Weiten» lebt sie im Jeep, mit Zelt auf dem Dach und Berner Wappen auf dem Heck. «Buschtauglich!», betont Tochter Laura. In fast jedem ihrer 18 Lebensjahre, erstmals mit 14 Monaten, war sie im afrikanischen Busch unterwegs – meistens zu zweit mit ihrer Mutter. Eine Tatsache, die einheimischen Wachmännern Runzeln auf die Stirn zeichnete und sie im Kofferraum nachsehen liess, ob sich da nicht doch ein Mann verstecke … Afrika ohne Laura, das mochte sich Barbara gar nicht ausmalen. Schliesslich hat auch die Vision, ein Hilfswerk zu gründen, mit ihr zu tun. Dass Laura sie während ihrer Ausbildung in einem Reisebüro nicht mehr begleiten kann, trifft zwar beide hart, aber die Internet- steht ebenso wie die Herzensverbindung: Morgen für Morgen, genau um 5.25 Uhr, entsendet Laura eine SMS aus Münsingen nach Namibia. Die Nachrichten, die fast so viele rote Herzchen und Smileys enthalten wie Buchstaben, überwinden die über 10 000 Kilometer Entfernung augenblicklich. «Das ist jetzt dein Bruder!», tippte Barbara einmal unter ein Foto, das sie mit einem kleinen, kraushaarigen Knirps im Arm zeigt. Am liebsten hätte sie ihn vom Fleck weg adoptiert. Den Humor hat sich Barbara bewahrt, obwohl es genügend Anlass gegeben hätte, ihn im trockenroten Sandboden zu begraben. Oder ihn im Spital liegenzulassen, irgendwo zwischen all den schäbigen Betten, auf denen sich die Leiber vor Leid krümmen. Die Absicht, im Sehnsuchtsort Namibia humanitäre Hilfe zu leisten, drängte längst vom Innersten in jeden Muskel, bereit kraftvoll anzupacken. Aber wo anfangen, wenn es an allen Ecken und Enden fehlt?

Sie versorgt Dorf um  Dorf eigenhändig mit Wasserleitungen: Barbara Müller realisiert seit Ende

2015 Wasser­­projekte im Nordosten von Namibia, ihrer Herzensheimat. Foto: Nadine Strub

Ein Hilfsprojekt, aus der eigenen Not geboren

Viele Jahre und Myriaden von Sandkörnchen im Haar später gab ihr eine prekäre Situation Antwort darauf: Laura war 2013 an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt, sodass Barbara in das einzige Buschspital weit und breit raste, über Schotter und Stein. Davor hatte sich bereits eine Traube von Menschen gebildet, allesamt dringend auf medizinische Versorgung angewiesen. Barbara appellierte inständig an den Arzt, er müsse Laura jetzt verarzten. Jetzt! Jetzt! Sie habe Angst. Das ergehe allen anderen genauso, erwiderte dieser und nickte in Richtung der vielen Patienten, deren gebeugte, gebeutelte Körper auf helfende Hände harrten. Auf einer Pritsche zwischen Malariakranken und Wespennestern überstanden Mutter und Tochter die Nacht, schutzlos vor den wunderfitzigen Blicken der Schwarzen, die noch nie zuvor Menschen heller Hautfarbe zu Gesicht bekamen. Eine Nacht, die an ihren Kräften zehrte, als wären sie barfuss durch die Namib gewatet; das 80 Millionen Jahre alte Dünenmeer ist eine der ältesten und trockensten Wüsten der Erde. Als der Arzt Laura tags darauf untersuchte, wich Barbara nicht von seiner Seite und probierte, ihn mit ihrem pharmazeutischen Fachwissen zu unterstützen. Dadurch kam sie mit dem Buscharzt ins Gespräch: Ob sie ihr Wissen an ihn und andere Ärzte weitergeben könnte? Ja, sie konnte. Nein, sie musste! Zurück in der Schweiz, mit der gesunden Laura in den Armen, bündelte sie ihre Gedanken und präsentierte ihrem Arbeitgeber «Opti Pharm» ihr Konzept für das Ausbildungsprojekt: Ärzte aus der Schweiz reisen nach Namibia, wo sie während mindestens fünf Wochen im Krankenhaus arbeiten und ihr Fachwissen dem einheimischen Spitalpersonal weitergeben. «Meine Hilfe soll nachhaltig sein: Ich sehe mich nicht als Wohltäterin, die gibt und wieder geht. Sondern als Mitstreiterin, die mithilft und wiederkommt», erklärt die 41-Jährige mit flammender Entschlossenheit, die an ein Zitat von Nelson Mandela erinnert: «Die Güte des Menschen ist eine Flamme, die zwar versteckt, aber nicht ausgelöscht werden kann.» Ende 2014 gründete sie den Verein «Mudiro», benannt nach dem namibischen Wort für «Feuer». Ein Feuer, das sie auch in anderen zu entzünden vermag: Wider hohe Erwartungen, stiess ihr Vorhaben auf ein lautes Echo, nicht zuletzt dank der Unterstützung ihres Arbeitgebers, der sie fortan für 20 Wochen im Jahr entbehrt. Im Februar 2015 machte sie sich zum ersten Mal mit einer Schweizer Delegation auf nach Andara, wo sich das staatliche Spital aus der Ebene erhebt. Teil des ersten «Feldteams» waren der Allgemeinmediziner Dr. med. Martin Jennessen und der Gynäkologe Dr. med. Ferdinand Oberholzer.

Gerettete Leben und Dankbarkeit als Lohn

Die Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen hausen in einfachsten Verhältnissen und leisten den Schulungseinsatz ohne monetären Lohn. Lohn – das sind die neuen Eindrücke, die herzergreifende Dankbarkeit der Menschen und das Wissen, wie unmittelbar die Hilfe greift. Beispielhaft dafür sind die Ultraschallschulungen. Irgendwo in einem notdürftig eingerichteten Buschspital stand ein Hightech-Ultraschallgerät im Wert von 75 000 Schweizerfranken in einer Ecke, gespendet von den USA. Der Grund, warum es trotz dringendem Bedarf unbenutzt verstaubte, ist brutal banal: Niemand unterwies die Ärzte darin, den Apparat zu bedienen. Es sind eben nicht die Technologien, die Brücken bauen, sondern die Menschen, die sie einander vermitteln. Barbara und ihr Team verfrachteten den Ultraschall kurzerhand ins Spital in Rundu, wo er nun seinem eigentlichen Zweck dient: Ärzte aus ganz Namibia sahen zum ersten Mal – tief beeindruckt – wie ein Bauch von innen aussieht. Leber, Magen, Blinddarm. «Wir wiederholen Themen oder vertiefen sie beim nächsten Einsatz, damit wir den Anspruch an eine solide Ausbildung erfüllen», erläutert Barbara, die als «Versuchspatientin» den Bauch hinhielt. Schon bei ihrem ersten Einsatz rettete das Team von «Mudiro» mehrere Menschenleben, wie jenes eines neunjährigen Jungen. Für zwei lange Tage blieb der Grund für seinen lebensbedrohlichen Zustand unerklärlich, ehe der Ultraschall ihn offenbarte: ein geplatzter Blinddarm! Barbara managt nicht nur den zeitraubenden Papierkram mit den Behörden, sondern auch den Alltag der Schweizer Ärzte vor Ort: Sie organisiert Transfers, erledigt Tageseinkäufe – und spendet Trost. Denn das uferlose Elend erschüttert so manchen gestandenen Arzt. «Es sind die schönen Erlebnisse, wie jenes der schon fast wundersamen Rettung des Neunjährigen, die uns Kraft geben, das Tragische auszuhalten», so die Projektinitiantin. Schwangere und selbst Todkranke legen mehrtägige Fussmärsche bis ins Spital zurück, wo sie dann geduldig auf Hilfe warten – ohne je zu weinen.

Feierlich: Das ganze Dorf dankt Barbara für ihre Hilfe, mit aufwändig organisiertem  Zelt, Essen und Musik. 

Kavango – Lebensader und Todbringer

Durch die Arbeit im Spital wurde Barbara bewusst, welche Gefahren vom lebenswichtigen Fluss ausgehen: Durchfall, Tropenkrankheiten und Verletzungen. Der «Kavango» schlängelt sich durch das ockerfarbene Land, gesamthaft über 1100 Kilometer lang und reich an Wasser. Der Durst treibt nicht nur Menschen kilometerweit, mit Behältern auf dem Kopf, an den Fluss, sondern auch Tiere wie Ochsen oder Nilpferde. Bis auf die trottenden Wüstenelefanten nimmt es am Fluss niemand gemütlich: Überall wimmelt es von Krokodilen, gut getarnt lauernd im trüben Wasser oder im Ufergebüsch. In jedem Dorf erzählen Bewohner, einer aus ihren Reihen sei vom Waschen oder Wasserholen am Fluss nicht heimgekehrt. Das kann nicht sein, sagte sich Barbara. Bei den Worten sollte es nicht bleiben: Sie fand heraus, dass ein Hilfswerk einst eine Wasserpumpe im Schulhaus von Biro installierte, die das Flusswasser reinigt. Sie informierte sich, was nötig ist, um ausgehend von der Pumpe Leitungen zu ziehen. Das Material, Wasserhähne und Leitungsrohre, besorgte sie in Windhoek – der Hauptstadt, wo die Scharen von Touristen nicht vermuteten, dass 970 Kilometer weiter nördlich Menschen ohne fliessendes Wasser und ohne Strom leben.

«Abliefern und verschwinden ist nicht nachhaltig. Deshalb packe ich mit an – und komme wieder.»

Barbara Müller

Sauberes Wasser für 31 Haushalte in 5 Monaten

An der Gemeindeversammlung, unter dem grossen Baum, besprach Barbara mit dem Dorf, wie vorzugehen sei. Als Bauplan diente eine einfache Skizze – Punkte für die Hütten, Striche für die Leitungen, vage festgelegt mithilfe von «Google Maps». Jeder Haushalt, der Wasser möchte, bezahlt einen kleinen, symbolischen Beitrag und hilft mit beim Schaufeln, unter Barbaras Regie – mehr mit Händen und Füssen, denn mit Zurufen. «Ich will nicht als Weisse angesehen werden, die das Geld bringt, sondern gemeinsam mit den Einheimischen etwas Bleibendes schaffen», stellt Barbara klar. Jedes Mal, wenn sie Barbara erblickt, ruft eine Greisin, die selbst nicht weiss, wie alt sie ist (wie viele hier): «Nunda! Nunda!» – «Krokodil! Krokodil!». Das ist ihre Art zu zeigen, wie dankbar sie ist, dass Barbara sie durch die Wasserleitungen im Dorf von den gefährlichen Tieren fernhält. Die Projekte finanziert sie zu einem Teil durch ihr privates Einkommen, zum anderen Teil durch Spenden. Diese erhält sie bisher vor allem von Ärzten oder sammelt sie selbst, beispielsweise mit Benefiz-Veranstaltungen in der Heimat. In der namibischen Wildnis funktioniert das Buschtelefon: Kaum floss in Biro der erste saubere Tropfen Wasser durch den Hahn, fragte ein nächstes Dorf Barbara an. «Wohlhabende» haben hier ein paar Kühe oder Ziegen – und den Messaging-Dienst «WhatsApp». Weil in dieser Gemeinde manche einen bescheidenen Verdienst erarbeiten, umgerechnet maximal 80 Schweizerfranken pro Monat, konnten sie 21 Wasserhähne finanzieren. Bis alle Leitungen fertiggestellt waren, brach die Nacht und damit die Stunde der Schlangen und Skorpione an. Die Dorfbewohner versammelten sich um einen Wasserhahn, drehten ihn auf und lauschten gespannt, bis das Wasser floss … was für eine Freude! «Die Menschen besitzen nichts, und doch ist ihre Lebensfreude ansteckend!»

Lehrreich: Kinderarzt und Neonatologe  Dr. Thomas Berger unterrichtet das einheimische Personal im Spital in Andara in Notfallmedizin.  

Darf man vor Freude weinen?

Unverhofft lud das «Dorf mit den 21 Wasserhähnen» Barbara zu einer Party ein: Sonntag, 10. Juli 2016, um 16 Uhr. Was sie trinken wolle, fragte man sie per SMS. Doch auf einmal sollte das Fest ins Wasser fallen, weil einer der Hähne nicht funktionierte! Barbara stellte vor Ort sofort fest, warum: Vor lauter Euphorie über das fliessende Nass füllten die Bewohner Kübel um Kübel ab, luden gar das halbe Nachbarsdorf zum Waschtag ein – eine Belastung, der die Pumpe nicht bis zum 21. und letzten Wasserhahn standhielt. Der geplanten Feier, deren Anlass Barbara schleierhaft blieb, stand nichts mehr im Weg. Als sie sich am besagten Nachmittag dem Weiler näherte, traute sie ihren Augen kaum: 400 bunt gekleidete Gäste waren versammelt, ein Zelt spendete Schatten und aus grossen Töpfen dampften die Speisen … alles, um ihr zu danken! Auch eine Flasche Champagner stand bereit, mit gut sichtbarem Preisschild: 79 Namibia-Dollar, das entspricht einem Fünffränkler. Ausserdem liessen die Dankenden ein Festprogramm drucken, aufgerollt wie eine Schatzkarte. Dies, obwohl hier niemand ein Blatt Papier besitzt. Barbara vermutet, dass sie es im Spital ausgedruckt hatten. Nach den Dankesreden wummerte Musik aus einer Box mitten auf dem Feld, über dessen meterlanges Kabel Ziegen hüpften. «Ich war unsicher, ob Freudentränen in dieser Kultur okay sind, aber irgendwann konnte ich sie nicht mehr zurückhalten», besinnt sich Barbara an die rührende Überraschung.

Wasser marsch! Barbara und eine befreundete Familie öffnen den ersten Wasserhahn, den sie zusammen installiert haben.

Eines nach dem anderen

In rund einem Jahr hat Barbara mitgeholfen, 17 Kilometer Wasserleitungen zu verlegen und erspart damit hunderten Menschen das gefährliche Wasserholen am Fluss. Ist es trotz der kleinen und grösseren Erfolge nicht deprimierend, nie mit der Arbeit fertig zu sein? «Es ist mir bewusst, dass ich nicht allen helfen kann. Deshalb zählt für mich jeder Einzelne, dessen Lebenssituation ich verbessern konnte», so die 41-Jährige. «Mein Ziel ist, ein Dorf nach dem anderen mit Wasserleitungen zu auszustatten, bis ein flächendeckendes System steht.» Bei ihrem letzten Aufenthalt im Juli baute Barbara ausserdem einen Kindergarten. Die Bauleitung übernahm Daniel, ein «cleverer Angolaner». Daniel hat ein Gärtchen, das brachliegt – aber er träumt davon, dort Gemüse anzupflanzen. Zum Dank für seine tatkräftige Unterstützung schenkte Barbara ihm eine Wasserpumpe und die Schläuche, die sie vom Wasserprojekt übrig hatte. Wenn Barbara das nächste Mal in Namibia ist, ganz bald, wird sie nachsehen, ob das Gemüse dank der Bewässerung tatsächlich spriesst. Wenn die ersten Triebe genug stark sind, landet darauf vielleicht ein Glückskäfer.