«Mode Suisse», du modische Wundertüte!

Als Models wie Toni Dreher an der 14. «Mode Suisse» Schweizer Mode präsentierten, hörten wir ihre Absätze klackern: Von der ersten Reihe aus staunten wir über designte Wunder und Textiles, das nicht in die Tüte kommt.

«Row 1» – erste Reihe – stand handgeschrieben auf unseren persönlichen Einladungen zur 14. «Mode Suisse». Die Vorfreude fühlte sich an, als hielten wir die weltweit grösste Wundertüte in den Händen und müssten uns noch eine Zugfahrt lang gedulden, bis wir sie aufreissen durften. Schliesslich verspricht die «Mode Suisse» in Zürich das Schaulaufen der talentiertesten Schweizer Modemacher und deren Organisator Yannick Aellen gilt als Gütesiegel für hochkarätige Shows, welche die Schweiz sonst nur vom Hörensagen kennt. Eines sei vorausgeschickt: Der zehnfache Griff in die Wundertüte fühlte sich mal konvetionenkratzig, mal gepardgeschmeidig an.

 

 

«Mode Suisse» im Museum für Gestaltung: Chefredaktorin Daniela Dambach wagt schon mal einen Blick ins Innere…

Hier gehen gleich pulsierende Shows über das Parkett: Inmitten von raumgreifenden Installationen von «atelier oï».

 

Schindlers pinker Paukenschlag
Unser flamingopinkes Wunder erlebten wir, als Toni Dreher – vielversprechendste Siegerin seit es Germanys «Ich-habe-heute-leider-kein-Foto-für-dich» gibt – in einem femininen Flatterkleid von Vanessa Schindler die Fashionshow eröffnete. Die Westschweizer Designerin näht ihre Kreationen nicht etwa, sondern schmelzt sie mit flüssigem Kunstharz zusammen. Als gelte hier «Das Beste kommt zum Anfang» ging es weiter mit der Kollektion von Julia Heuer: Ihre Prints überzeugen uns prompt.

 

… und auf einmal machen Castingshows irgendwie doch Sinn: «Germanys Next Topmodel»-Gewinnerin Toni Dreher in einer kaugummipinken Kreation von Vanessa Schindler.

 

2015 gewann Julia Heuer den Schweizer Designpreis – für ihre neuste Kollektion möchten wir ihr heute am liebsten auch einen Preis verleihen.

 

Unge)Heuer raffiniert
Was Julia Heuer auf ihrem Instagram-Profil schlicht mit «Pleats & Prints» beschreibt, erweist sich als rundum raffiniert. Dass ihre Wurzeln im Textildesign liegen, drückt farbintensiv durch. Von Hand bemalt sie Plisseestoffe und verleiht diesen mit einer japanischen Technik dehnbare Rillen, ähnlich wie jene einer Ziehharmonika. Zu den Outfits kombiniert sie Plateauschuhe von Thomas Bricout, die aussehen als wäre man quer durch ein Beet getrampelt und hätte alle Blüten aufgeschaufelt. Nina und ich zwinkern einander während der Show vielsagend zu: Diese wundervollen Unikate würden wir vom Laufsteg weg eintüten!

 

Posierende Fabelwesen: Jedes Label inszenierte seine Looks im Showroom, sodass

wir aus dem Fotografieren kaum herauskamen.

Die kennen wir doch! Unverhofft sahen wir unser Covergirl Jade Eliasek (r.) wieder, die im Showroom für «YVY» strahlte.

Prosten über dem Catwalk: Wie könnte man die Eindrücke besser sacken lassen als bei einem Drink? Nina Frauenknecht beim Ausklang…