Kalligrafie küsst Kaschmir

Heldinnenstoff: Wie Ikonen der Zeit die Kalligrafie-Künstlerin Mercédès Pasche dazu inspirierten, feinsten Kaschmir mit gehaltvollen Botschaften zu bereichern.

«N’importe quand» – egal wann: Die Schaffenskraft von Mercédès 
Pasche kennt keine Uhrzeit. Sie sitzt schon mal um drei Uhr morgens im Atelier. Die Künstlerin verbindet ausdrucksstarke Bilder mit moderner Kalligrafie, die an Menschen und ihre Taten erinnern. Durch das Gedichteschreiben kam die Münsingerin zur «Kunst des Schön­schreibens». Weil ihr diese zu technisch war und sie die Schriftharmonie bevorzugt, entwickelte sie ihr eigenes Alphabet. «Eine schöne Handschrift ist wie Musik. Sie hat ihre eigene Klangfülle», erklärt die gebürtige Westschweizerin. Was Worte bewirken, erkannte sie als 
Sterbebegleiterin. Für Menschen am Ende des Lebensweges seien Worte wichtiger denn je: sie beruhigen, bringen Zuversicht, schaffen Brücken. Sie sei dankbar für diese Erfahrungen und die tiefen Begegnungen.

Die Schals aus reinem Kaschmir, designt von Mercédès Pasche, sind ab Oktober in

sieben Varianten exklusiv bei Shava Creation, Bernstrasse 19, in 
Münsingen erhältlich.

«Dankbar bin ich ausserdem für mein neustes Projekt, meine schönste Arbeit bisher», strahlt Mercédès Pasche. Auf feinsten Kaschmirschals würdigt Pasche sieben eigenwillige Frauen, darunter die Wissenschaftlerin Marie Curie, die Künstlerinnen Jane Austen und Frida Kahlo – aber auch die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung 
Rosa Parks oder die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Der Stärke dieser Frauen huldigt sie mit bedeutungsvoller Begriffen in 
ihrer Muttersprache, wie beispielsweise «Femme du monde» (Frau von Welt), «Espoir» (Hoffnung) oder «Energie féminine» (weibliche Energie). Welche Ausdrücke sind der Künstlerin besonders wichtig? 
«Liberté et tolérance». So beschreibt sie auch die Zusammenarbeit mit Shava Creation. Zuerst konnte sie sich nicht vorstellen, wie ihre Botschaften in den Kaschmir eingewoben werden – umso grösser sei der Respekt vor dem Savoir-faire ihres Projektpartners. «Das Ergebnis ist umwerfend», schwärmt Mercédès.

Text: Manuela Kern

Fotografin: Nadine Strub