Siebdruck: Wie der «Gigu» aufs Shirt kommt

Pascal und Anja drucken in ihrem Thuner «Atelier Margrit» nach altem Handwerk, so auch unsere «Schlämperlige»-Shirts. Wir waren dabei – und fasziniert.

Die Sonne wärmt die Strassen der Thuner Altstadt. Das Schloss ragt über die Stadt und sieht vor dem stahlblauen Himmel noch imposanter aus als sonst. Ein perfekter Tag, um am See eine Glace zu schlecken – das muss aber noch warten. Ich schlendere weiter, bis um die Ecke die Untere Hauptgasse zu sehen ist…

Im Atelier Margrit werde ich von Inhaber Pascal Eichenberger herzlich begrüsst. Als ich den Raum betrete, fällt mir nur ein Wort ein: Cool! An der Wand hängen Poster und Postkarten mit ausgefallenen Motiven. Die meisten Designs haben Pascal oder seine Freundin Anja – beide gelernte Polygrafen – entworfen, gedruckt haben sie diese natürlich hier im Atelier. Die alte Werkzeugwand der Autosattlerei, die Pascals Grossvater im selben Raum geführt hatte, blieb neben anderen Relikten erhalten und passt perfekt zum Rest des Ateliers.

Das «Atelier Margrit» befindet sich mitten in der Thuner Altstadt

Während ich die aussergewöhnlichen Hochzeitskarten bewundere, die gerade am Trocknen sind, erzählt mir Pascal von den Anfängen seiner Siebdruck-Karriere: «Als ich 2008 meine Ausbildung als Polygraf an der Schule für Gestaltung in Bern begann, wollte ich möglichst unterschiedliche Kurse besuchen. Mein erster – ein Siebdruckkurs – gefiel mir dann aber so gut, dass ich davon nicht mehr loskam.» Es war also quasi «Liebe auf den ersten Druck» – und diese hält bis heute an.

Das Siebdruck-Atelier wächst

Das Atelier Margrit fand anfangs in den Räumen des Dachgeschosses ein Zuhause. Aufgrund der grossen Nachfrage wurde aber der Platz schnell zu knapp und so zog Pascal ins doppelt so grosse Erdgeschoss. Aber auch dort stösst er nächstens platzmässig an die Grenze, denn Pascal möchte sich einen grösseren und besseren Trockner leisten: «Es gibt immer Dinge, die man noch optimieren kann. Mit dem neuen Trockner kann ich noch schneller und effizienter arbeiten.»

In jedem seiner sorgfältigen Handgriffe spürt man die Leidenschaft, die Pascal für die alte Drucktechnik hegt. Während er alles für den Druck unserer «Schlämperlige»-Shirts vorbereitet, erzählt er mir, worauf man achten muss – zum Beispiel, dass die Siebe lange genug belichtet werden oder dass die weisse Farbe nur bei einer ganz bestimmten Temperatur trocknet.

Pascals Herz schlägt für den Siebdruck

Endlich ist es soweit: Pascal bedruckt unser erstes Shirt. Sorgfältig streicht er die weisse Farbe auf das Sieb und schabt es mit gleichmässigem Druck auf die gewünschte Stelle. Er entfernt das Sieb, trocknet die Farbe mit einem Föhn und wiederholt das Prozedere. «Es ist nicht unbedingt nötig, die Farbe zweimal aufzutragen», erklärt mir Pascal. «Ich möchte einfach sichergehen, dass die weisse Farbe optimal auf dem schwarzen Stoff zur Geltung kommt.» Fasziniert schaue ich zu, wie Pascal unsere «Schlämperlige»-Shirts mit viel Präzision und Herzblut zum Leben erweckt. Wow!

Seht hier, wie die Spieler des EHC Thun die verflucht coolen Shirts präsentieren! Das war gewiss nicht die letzte Zusammenarbeit mit dem Atelier Margrit – ihr könnt gespannt sein.