Diese Designerin ist heiss auf neue Modeprojekte

Die Bernerin Zimi Kesselring hat sich mit ihrer Boutique in der Modeszene längst einen Namen gemacht, doch jetzt schmiedet sie neue Pläne.

«Hey, ich bin Fritz.» So hat sich mir kürzlich ein Typ vorgestellt. Auf den Namen Fritz wäre ich in tausend Jahren nicht gekommen – nicht, weil der Name schrecklich ist (sorry an alle Fritzes), sondern weil er schlichtweg nicht zur Person gepasst hat.  Bei manchen Namen fragt man sich schon, was sich die Eltern dabei gedacht haben …

Den Eltern von Zimi Kesselring winde ich ein Kränzchen, denn ihre Tochter ist genauso spannend wie ich es erwartet habe, als ich ihren ungewöhnlichen Namen zum ersten Mal gehört habe – sie ist energiegeladen und strahlt trotzdem eine innere Ruhe aus. Sie ist humorvoll und offen, sodass ich mich in ihrer Gegenwart sofort wohlfühle.

«Nach der Schule machte ich die Lehre zur Bekleidungsgestalterin. Danach habe ich meine ‹Brötli› jahrelang in der Gastronomie verdient», erzählt mir Zimi. Nebenbei lancierte sie mit ihren Freundinnen Mariann Lammerskitten und Rebecca Studer ein Kunstprojekt mit der Idee, traditionelle Holzbodenschuhe neu zu interpretieren. «Das Projekt kam so gut an, dass wir es weitergeführt und das Label TOKUSHUU gegründet haben.» Parallel zum stressigen Job ein eigenes Label lancieren? Ich schaffte es nicht einmal, ein Lied zu singen und gleichzeitig im Takt zu klatschen.

 

«Danach verkauften wir unsere Kollektionen einige Jahre im ‹Alpin›, eine Boutique in der Berner Altstadt», plaudert Zimi weiter. Als das «Alpin» seine Türen schloss, wollten Zimi und Mariann Schweizer Mode weiterhin eine Plattform bieten. «So kam uns die Idee für ‹TOKU swiss labels›.» In der Berner Gerechtigkeitsgasse 53 fand ihr neues Geschäft ein Zuhause. Das ist nun fast zehn Jahre her – seitdem führt «TOKU swiss labels» Modestücke von Berner Designern wie Adrian Reber oder 2ème Étage.

Fashiondesign-Studium: Zimis neue Herausforderung

Vor zwei Jahren entschied sich Zimi für das Studium als Fashiondesignerin HFP an der Schweizerischen Textilfachschule STF. Warum zum Kuckuck tut sich eine Frau, die schon erfolgreich mit beiden Beinen in der (Mode-)Welt steht, noch ein Studium an?! «Das wollte ich eigentlich schon immer machen», begründet Zimi. «Mit ‹TOKU swiss labels› sind wir ausserdem an einem Punkt, an dem sich alles eingependelt hat – ich spürte, dass es für mich an der Zeit war, etwas Neues anzufangen.»

 

Zimi Kesselrings STF-Abschlusskollektion zum Thema «Days of Disorder»

 

Inspiriert wurde Zimi vom Kaleidoskop

 

Im kurzlebigen Modebusiness sei es zudem existenziell, flexibel und mutig zu bleiben und sich ständig weiterzuentwickeln. So möchten die Designerinnen von «Tokushuu» ihr Sortiment bald mit eigenen Kleiderkreationen erweitern. «Manchmal fühlt man sich wie ein Koch, der auf 27 Herdplatten gleichzeitig kocht und nichts anbrennen lassen darf», erklärt mir Zimi lachend. «Aber ich liebe meine Branche und solange ich Spass daran habe, mach ich weiter!»

 

Die Kollektion ist der Bernerin ist stylish und praktisch zugleich

 

 

Zudem organisiert Zimi Fashionshows – sie hat das Modefestival «Adelheid&Peter» mitorganisiert und letztes Jahr die Fashionshow «Mimikry» im Naturhistorischen Museum auf die Beine gestellt. «Wenn alles klappt, gibt es auch eine Modenschau unserer STF-Abschlussklasse in Zürich. Das Studium ist zwar seit Juni abgeschlossen, aber mit einer Fashionshow könnten wir unsere Abschlusskollektionen einem grossen Publikum zeigen – und nochmal zusammen feiern.» Okay, okay – jetzt würde es mich definitiv nicht mehr überraschen, wenn Zimis zweiter Name «Multiltalent» lautet.

Ich bin gespannt, was Zimi in Zukunft noch so alles austüftelt – und werde euch natürlich hier darüber berichten.