Neueröffnung in Bern: Drinks, Herrenmode und Musik von «Dodo»

«eniline», bekannt für ihre Massanzüge, zieht in die Berner Altstadt – und macht alles neu, von der Boutique bis zum Sortiment. Ein Grund zum Feiern.

Fast hätte ich Jeremias Schlapbach, einer der Geschäftsführer von «eniline», nicht erkannt. Er trägt einen Vollbart und sieht deshalb ziemlich anders aus als auf dem Foto auf der Webseite. «Wir wollen unsere Porträts schon lange erneuern, aber leider sind wir ziemlich unfotogen», lacht Jerry. Ich – als Besitzerin eines ID-Fotos, das dem Fahndungsfoto einer Kriminellen nahekommt – nicke verständnisvoll.

Als ich den Showroom von «eniline» in Wabern betrete, spüre ich die Aufbruchstimmung. Stylish sieht es zwar aus – dennoch ist klar:  Dieser Raum steht bald leer. Nach sechs Jahren zieht «eniline» mit Sack und Pack in die Berner Altstadt und schlägt so ein neues Kapitel auf. «Die Neueröffnung im Herzen der Berner Altstadt ist der nächste logische Schritt für uns», erklärt mir Jerry.

 

Beni und Jerry Schlapbach, die Geschäftsführer von «eniline»

 

Ins Fashionbusiness ist Jerry eher per Zufall gerutscht: «Ich wusste schon immer, dass ich mich einmal selbstständig machen will, obwohl ich vor ‹eniline› einen Traumjob als Wirtschaftsinformatiker hatte – zumindest auf dem Papier. Ich war nie wirklich glücklich damit.» Als Jonathan, der jüngere seiner beiden Brüder, auf Bangkok auswanderte und dort im Textilgeschäft arbeitete, kam die Idee einer Herrenboutique für Masskleidung auf. «Wir hatten dank Jonathan die nötigen Kontakte, um Kleidung zu fairen Bedingungen im Ausland produzieren zu lassen. Das wollten wir unbedingt nutzen.» Seither führen Jerry und Beni Schlapbach «eniline» gemeinsam mit Mami Hanni Flury.

Beim Familienunternehmen kann Mann sich Anzüge von den beiden Marken «Scabal» und «Gianni Gualtiero» massschneidern lassen. Letzteres ist das hauseigene Label, das zu Ehren der Grossväter Hans und Walter – also Gianni und Gualtiero – benannt wurde. «Die beiden haben uns modisch sehr geprägt: Der eine trug sogar zum ‹Chüngeli fuettere› seinen Anzug und vom anderen gab es einen fetten ‹Zämeschiss›, wenn wir billige Turnschuhe trugen.»

 

 

«eniline» ist spezialisiert auf Mode nach Mass

Neues Konzept: Shoppen mit kühlem Blonden

Im neuen Geschäft bietet «eniline» weiterhin Herrenmode nach Mass an und verkauft eine Auswahl an «Pret à porter»-Kleidung, Schuhen und Accessoires von rund zehn Labels. Ausserdem wird es … eine Bar geben! «Beni träumt schon ewig von einer eigenen Bar. Und den meisten Männern schläft das Gesicht ein, wenn sie das Wort ‹Shoppen› nur hören» schmunzelt Jerry, «wenn sie es aber mit einem Drink oder einem Bierchen verbinden können, leuchten die Augen.» Das glaube ich sofort – mir fallen mindestens zwölf Typen aus meinem Freundeskreis ein, denen diese Kombi zusagen würde.

Am 19. August findet dann die grosse «eniline»-Neueröffnung statt. Von 10 bis 17 Uhr kann man in der Junkerngasse 58 reinschneien, die Boutique bestaunen und Kleider anprobieren. Für die Durstigen gibt es Flüssiges (psst … der erste Drink geht aufs Haus!). Um 14 Uhr sorgt Dodo für coole Beats zum Mitnicken. Neben dem stilvollen «Zürimaa» kleiden «eniline» übrigens auch Müslüm und Lo & Leduc ein. «Es ist cool, wenn du auf dem ‹Güsche› im Publikum stehst und der Musiker auf der Hauptbühne deine Kleider trägt. Da geht quasi ‹ä Buebetroum›  in Erfüllung. Ich stehe zwar nicht selber auf der Bühne – dafür aber meine Mode», lacht Jerry.

 

Mode, Musik und süffige Drinks? Das sind wir natürlich mit von der Partie.  Kleiner Trost für alle, die es nicht an das Eröffnungsfest schaffen: Wir erzählen euch natürlich, wie es war.