Stein um Stein zum Design

Die wohl schönste Art, jemandem einen Stein in den Garten zu werfen: Akzente setzen mit handgeschlagenen Natursteinen, den «rauen Charmebolzen».

 

 

Tatsächlich tut man sich mit Naturstein mehr als einen Gefallen: Kaum ein anderer Baustoff ist derart natürlich, pflegeleicht und vielseitig einsetzbar. Damit lassen sich Wege säumen, Niveauunterschiede ausgleichen oder Mauern als Sichtschutz konstruieren, die urige Kraft ausstrahlen. Schon die Römer schätzten, dass Natur­steinbauten bis zu 45 Jahre bestehen. Natürlich ist dies nicht in Stein gemeisselt, denn manche der berühmten irischen Trockenmauern, die sich meilenweit durch die Landschaft ziehen, sollen über 5000 Jahre alt sein. Natursteine – manche Findlinge scheinen wie von Riesenhand «hin­­-geschleudert» – verleihen den Grünflächen Struktur, ohne künstlich zu wirken.

«Wichtigste Werkzeuge: die Hände und ein Auge für Ästhetik.»

Gerade der Trend zu naturnahen Gärten der letzten Jahre brachte den Naturstein ins Rollen. «Immer häufiger setzen wir Naturmaterialien statt Beton ein», stellt Stefan Knecht fest, «schliesslich sind diese edler und langlebiger.» Ausserdem harmonieren Natur­steine durch ihre rustikale Optik sowohl mit Bauernhäusern wie auch mit moderner Architektur, so der Gartenplaner.

Verspielt-filigran oder spannungsvoll: Bruchsteine, auch zum Sitzen nutzbar,

fassen Wege ein oder unterteilen den Garten in bestimmte Bereiche.

Verkeilt statt gemörtelt
Um Anlagen mit Naturstein zu gestalten, braucht es Kunstfertigkeit und ein Auge für Ästhetik. Gerade für den Bau von Trockenmauern sind Erfahrung und ein geschicktes Händchen gefragt. Typischerweise besteht eine Trockenmauer aus grob behauenen Natursteinen. Aufeinandergeschichtet ohne Mörtel, gewährleistet allein das perfekte Verkeilen der Steine Stabilität. Was am Ende locker aussieht, ist steinharte Arbeit: Inmitten eines Steinhaufens gilt es, das ideale Charakterstück zu erlesen. Schlag auf Schlag bearbeitet der Gartenbauer die robusten Riesen mit dem Setzeisen. «Wir schlagen die Steine von Hand, damit deren natürliche Gestalt möglichst erhalten bleibt», führt Stefan Knecht aus. Weil jeder Stein anders ist, passen die Experten ihre Handgriffe zentimetergenau dessen Beschaffenheit an, damit das «Mauerpuzzle» aufgeht. Nicht nur dauerhaft, sondern dekorativ – dieses Versprechen löst Stein spielend ein: Von warm-goldenem Lucerna bis schwarzem Alpenkalk bietet sich das gesamte steinerne Spektrum an. «Wir verwenden ausschliesslich Gestein von ausgewählten Partnern in der Schweiz oder in Europa», beschreibt der Geschäftsführer von Knecht Garten sein Angebot aus felsenfester Überzeugung. Damit sich die Wahl nicht anfühlt wie ein Biss auf Granit, verschafft seine Ausstellung Überblick. Auch kombinierte Gesteinsarten hauen hin, z. B. Böden und Mauern in unterschiedlichen Nuancen. Stein ist keine Liebe auf Zeit, denn mit jeder Saison festigt sich sein Charakter, unerschüttert durch Trends, die kommen und gehen.

Weitere Infos: Knecht AG, Naturnahe Gärten, Heimenschwand