Tropenhaus Frutigen: In der Klimazone des Genusses

Tête-à-Tête zwischen Bananenblättern und Orchideen – dazu «Feuille de Caviar», Kaviar zum Hobeln: Im Restaurant Tropengarten fruchten die kulinarischen Extreme.

 

Hier fühlen sich nicht nur scharfe Gewürze, Kräuter und süsse Früchte wohl: Seit der Tropengarten, wo sich Tische und Stühle den Platz mit Palmen teilen, Ende 2016 umgestaltet wurde, wähnt man sich mehr als zuvor fern der Heimat in dschungelartiger Wildnis. Wie das Tropenhaus Frutigen am Fuss der Berner Gipfel Ferienfeeling, Fischzucht und alpines Ambiente vermählt, ist weltweit einzigartig. Küchenchef Martin Strehle bedient sich der Zutaten des reichen Buffets, das sozusagen eine «Bananenlänge» von der Küche entfernt heranreift. «Bei uns ist eigentlich alles extrem, ich selbst eingeschlossen», schmunzelt der 31-Jährige. Mit einer gehörigen Portion Perfektionismus tüftelt er die Speisen aus, meist ausgehend von einer Grundzutat. «Was anfänglich ein Gefühl ist – durchaus diffus – entwickle ich weiter, bis das Gericht genau so schmeckt und aussieht, wie ich es mir vorstelle. Das kann Tage, gar Wochen dauern», lässt er sich in die Menükarten blicken. Seine Kochkünste bringen Aussergewöhnliches wie Zander mit Kaffeemarinade hervor. Die Kaffee-Konfitüre, mit der er den Fisch verfeinert, stammt von garteneigenen Kaffeekirschen. Auch den Hauptdarstellern Stör und Kaviar spielt er immer wieder neue Rollen zu. Kaviarliebhaber geniessen neu ein Menü, bei dem das «schwarze Alpengold» Gang für Gang den Gout angibt.

Restaurant Tropengarten: Speisen unter Bananenstauden und Papayabäumen.

 

Alpenkaviar neu interpretiert
Klassisch mit Buchweizenblinis oder Bananenchips, als Tandoori-Stör in hausgemachter Butter gratiniert, als Kaviar-Glace – oder bald auch als Hobelkaviar, den «Feuille de Caviar», zählt er einige der edlen Variationen auf. Die neue Kaviardelikatesse, die das Tropenhaus Frutigen demnächst anbietet, überrascht: Getrocknet und geräuchert, verleiht der gehobelte Kaviar unter anderem Pasta-Gerichten eine salzig-aromatische Note. Was schlemmt eigentlich Martin Strehle, Mann der fein-frechen Texturen, privat gerne? «Ein richtig gutes Stück Fleisch vom Grill – natürlich am Vortag mariniert.»

 

Seine Gaumenfreuden führen in die Tropen und zurück ins Oberland: Küchenchef Martin Strehle schöpft aus der Fülle von Fisch, Früchten und Gewürzen, gezüchtet oder gereift im Tropenhaus Frutigen.  Tropenhaus Frutigen,  Tropenhausweg 1, Frutigen.