Neue Wohnungen in Köniz: Wie die Würfel (ge)fallen

Die Eigentumswohnungen, deren Herzstück ein Würfelelement ist, bauen auf Nachhaltigkeit: Die geplante Wohnsiedlung «Qube» ist nach dem neuen Label «SNBS» zertifiziert, das für Lebensqualität steht.

 

Von der Tischplatte, die sich im Architekturbüro von r+st ausdehnt, heben sich zwei Modelle in Weiss ab. Sie veranschaulichen, wie sich die stadtnahe Überbauung «Qube» dereinst in die Topografie von Schliern bei Köniz einschmiegt. Die L-förmigen Gebäude sind nach Nord-Süd ausgerichtet und leicht versetzt, sodass sie Ausblick auf Alpen und Jura gewähren. Bedeutend mehr Nachhaltigkeitskriterien, als ein Würfelset Augen hat, erfüllt die Siedlung allemal, schliesslich entspricht sie dem «Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz» (SNBS). Gegliedert in die drei Hauptbereiche Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt, geht dieser neue Standard weit über die energietechnischen Aspekte hinaus. Er rückt einen ganzen Katalog an Beurteilungspunkten in den Fokus, vom Gebäudelebenszyklus bis hin zum Wohlbefinden der Bewohner. Ebenso umfasst diese ganzheitliche Betrachtung die Mobilität: Nebst eben­erdigen Velo- und Autoeinstellhallen mit E-Ladestationen ist auch ein Car­sharing-Parkplatz vorgesehen. Zudem hält der Bus, der innert 15 Minuten ins Berner Stadtzentrum führt, direkt vor der Haustür. «Mit SNBS leisten wir einen Beitrag zu den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft, also zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen», erläutert Stefan Hählen von der Firma «Ramseier und Stucki Architekten», die für den neuen Wohnraum verantwortlich ist.

Frei fliessend: Küche und Bad sind zentral angeordnet, sodass die grosszügigen

Eigentumswohnungen möglichst lichtdurchlässig sind. 

«Nachhaltigkeit in modernster Gestalt»

Er tippt auf das schwarz ausgefüllte Quadrat auf dem Grundrissplan, welches namensgebend für die Siedlung ist: Ein variabler «Würfel», der die Infrastruktur jeder Eigentumswohnung zentral vereint. Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner entscheiden selbst, wie sie die einzelnen Module komponieren. Eine kleinere Küche zu­­gunsten von Stauraum? Eine eingegliederte Garderobe? Oder eine durchgängige Dusche? Der Spielraum ist gross. Sogar ein Büro lässt sich integrieren. Steht einem der Sinn nach Veränderung, etwa wenn nach dem «Home Office»-Tag Freunde zum Spieleabend vorbeikommen, zieht man kurzerhand den Vorhang um den Wohnwürfel zu. Mit nur einem Handgriff wandeln sich somit Optik, Akustik und Atmosphäre. Die Räume um­fliessen das multifunktionale Zentrum, sodass die 3.5- bis 5.5-Zimmer-Wohnungen geradezu durchleuchtet sind. «Durch diese kom­promiss­lose Anordnung entfaltet die Architektur ihre ganze Tiefe», beschreibt der Architekt Thomas Moser, «die grosszügigen Glasfronten verstärken dieses Wohnerlebnis». … anders als im Würfelspiel ist bei «Qube» eben nichts zufällig.

Kontakt: 
ramseier + stucki architekten ag, Thunstrasse 57, Muri b. Bern, Tel. 031 950 45 45