Schmuck mit Edelsteinen – wie eingefasste Magie

Edelsteine strahlen etwas Zauberhaftes aus: Geschaffen von Urgewalten, geschliffen von Goldschmiedin Claudia Neuburger.

 

«Der Turmalin zählt zu meinen liebsten Edelsteinen, weil es ihn in allen Regenbogenfarben gibt», schildert Claudia Neuburger. Sie  hält eine ihrer Ringkreationen ins Licht, wobei sich der Steinglanz in ihren wachen Pupillen spiegelt. «Rot, Blau, Grün, …», beginnt sie das Spektrum aufzuzählen. Ebenso gilt ihre Vorliebe naturfarbenen Diamanten, die in Champagnerbeige bis Olivgrün funkeln. Die gelernte Goldschmiedin sitzt im Sessel, so Violett wie ein Amethyst. Seit nunmehr dreizehn Jahren empfängt sie ihre Kundschaft hier, wo der Münsterplatz seine Pflastersteine ausbreitet. Zuvor führte sie ihre Goldschmiede bereits zwölf Jahre an einem anderen Standort in Bern. Claudia Neuburger plaudert gerne aus dem «gemmologischen Nähkästchen», wie sie es selbst augenzwinkernd nennt. Dank ihrer Zusatzausbildung zur Gemmologin weiss sie, wie die Edelsteine entstanden sind und kennt deren Eigenheiten. Sie ist bekannt für ihr «Gspüri», was Farbkombinationen anbetrifft, und für ihren Stil mit einem Hauch Exotik – der nicht von ungefähr kommt. 

 

Rot-Weissgold-Halskette mit Krönchen-Anhänger, besetzt mit Amethyst, Mondstein oder Tansanit. 

 

Als 23-Jährige reiste sie nach Südamerika, wo sie ihr Handwerk in einem Schmuckatelier ausübte. «Auch», erzählt sie, «habe ich gelernt, sogar schwierigen Situationen etwas Gutes abzugewinnen.» Als sie nach einem Jahr in die Heimat zurückkehrte, arbeitete sie zuerst in Goldschmieden. Dann machte sie sich  selbstständig. «Punctum Aureum» – goldener Punkt – sollte ihr Geschäft heissen, das kam ihr eines Morgens beim Aufwachen in den Sinn.

«Mit Feingefühl zu sinnlichen Formen.»

Das Telefon klingelt im hinteren Ladenbereich, wo sich auch die Werkstatt befindet. Ein Kunde kommt gleich vorbei, um sein Juwel abzuholen. «Wunderbar», sagt die Goldschmiedin heiter in den Hörer, während ihr Blick über die Vitrinen mit schillernden Unikaten schweift. Ins Auge strahlen sowohl die seltenen Nuancen, wie jenes Eisblau des Paraiba-Turmalins, als auch die weiss- und gelbgoldenen Fassungen, welche die Schmucksteine kunstvoll umranden. Das Gold, das sie und ihr Team verarbeiten, ist Recyclinggold aus der Schweiz. Ebenso ist eindeutig nachvollziehbar, woher die Edelsteine stammen. Die kostbaren Preziosen glänzen schliesslich am schönsten, wenn sie mit Verstand veredelt sind. 

«Ich würde wieder denselben Beruf wählen.» Claudia Neuburger, selbstständig seit 25 Jahren, bildet Lernende aus und ist Prüfungsexpertin. Punctum Aureum, Münstergasse 30, Bern.