Networking verbindet

Kontakte knüpfen, pflegen und nutzen, so der Sinn von «Seilschaften», deren Knotenpunkte von Wildkochen bis Weltverbesserung reichen.

Ein Schloss voller Wünsche, die das Potenzial haben, wahr zu werden.
Was entsteht, wenn zwei Netzwerke für ein Projekt zusammenspannen, hat sich jüngst zum dritten Mal gezeigt: Der «StrategieDialog 21» und der «Swiss Venture Club» verwandelten das Schloss Thun in ein «Wunsch-Schloss» voller Visionen mutiger Bürger­innen und Bürger. «Globalisierung – Ihr Wunsch an die Politik?» lautete die Frage, auf welche Robin Röösli die  spannendste Antwort fand, wie das Publikum urteilte. Der 22-Jährige überzeugte mit seiner Idee, die Berufslehre mit Sprach- und Austauschaufenthalten im Ausland zu bereichern. Sein Konzept wird er nun den Generalsekretären aller grossen Parteien vorstellen und damit um die Welt fliegen. Bereits nächstes Jahr, am 28. August 2018, wird das «Wunsch-Schloss» als Think-Tank für die gesellschafts­politische Schweiz von morgen wieder seine Tore öffnen. 

 

 Wunsch-Schloss, Thun

 

 

Nathaly Bachmann ist Geschäftsführerin von «StrategieDialog21», initiiert vom Berner Unternehmer Jobst Wagner. Zudem ist sie Inhaberin der strategischen Kommunikations­beratung «Essence Relations».

 5 Fragen an Nathaly Bachmann,
Ideengeberin «Wunsch-Schloss»

1. Warum haben Sie das «Wunsch-Schloss» lanciert?
Der Geistesblitz traf mich, als ich am Schloss Thun vorbeikam. Ich wollte innovative Impulse für die Schweiz von morgen befördern. Und die Menschen in der Schweiz motivieren, sich freudvoll in die Politik einzubringen.

2. Warum beteiligen sich kaum Frauen?
Die erste Siegerin des Wunsch-Schlosses war eine Frau und dieses Jahr stellten zwei Frauen ihre Ideen vor. Wir schaffen es, Frauen zu motivieren, doch die Quote liegt immer noch bei 17%. Es braucht mehr bunte, vielseitigere Vorbilder, die schon Mädchen darauf sensibilisieren, ihre Stimme zu erheben – auch politisch.

3. «Frauen wollen gar nicht» – stimmt das?
Wer das behauptet, macht es sich zu einfach. Sie wollen, fürchten aber das strenge Urteil der Gesellschaft, das sie erwartet. Es braucht mehr politische Bildung, und Verhaltens­muster zu ändern, braucht Zeit.

4. Wer hat Sie geprägt?
Meine Grossmutter wie auch meine Mutter. Die beiden lebten mir Eigen- und Selbstständigkeit vor. Sie sind hingestanden und handelten mit einer positiven Grundeinstellung, statt sich in einer Opferrolle zu verlieren.

5. Wie lautet Ihr persönlicher Wunsch?
Mehr mutige Bürgerinnen und Bürger, die sich – auch im Klei­nen – engagieren, um unser Land mitzugestalten und andere mit ihrer Energie anstecken. Die Schweiz bietet viele Vorteile, wir müssen sie nur nutzen.


 

 

Exklusiver Zigarren-Club: Gipfeltreffen der Genussmenschen

Rund sechs Mal im Jahr finden sich in der «Cigar Lounge» des Hotels Schweizerhof Bern Zigarren-Liebhaber und -Liebhaberinnen zusammen, sogenannte «Aficionados». Dann knirschen die Lederfauteuils und es herrscht «dicke Luft» im kultiviertesten Sinne. An den Einladungen, die für die Firmen- oder Einzelmitglieder kostenfrei sind, dampft man mal etwas Neues, verkostet Edelbrand-Selektionen und schlemmt hausgemachte Häppchen. Die Members geniessen zudem Rabatte auf Zigarren sowie Accessoires – und ein eigenes Fach im Humidor. 2012 gegründet, erfreut sich der Club regen Zulaufs, wobei die Mitgliederzahl ein Geheimnis bleibt – auf Anfrage heisst es: «Klein und fein». Der nächste Event findet am 2. November 2017 statt (auch für Nicht-Mitglieder offen).

Aficionado Member Club, Bern, Schweizerhof Bern

 

Gute Zeiten seit 1963 – Indianerehrenwort!

Am 2. Dezember 1963 beschrieben die Begründer im Berner Hotel Savoy das erste Blatt ihrer Clubgeschichte, als eines der ersten «Kiwanis»-Netzwerke Europas. Die Wurzeln des Service-Clubs reichen weiter zurück. Allan Brown rief diesen 1915 in Detroit ins Leben, benannt nach dem Ausdruck der Otchipew-Indianer – «Nunc Kee-Wanis». Dessen Bedeutung leitet die Mitglieder bis heute an: «Wir handeln, wir haben eine gute Zeit». Handeln heisst beispielsweise Spielkisten in der Jugendpsychiatrie bauen, Älplerfamilien einen Check überreichen oder mit einem Förderpreis junge Gestalter würdigen. Wer die weibliche Form vermisst, muss wissen: Der «Kiwanis Club Bern» ist ein Herrenclub, daran vermochten auch angeregte Diskussionen nicht zu wackeln.

Kiwanis Club, Bern

 

Volle Hubkraft voraus für Kreative

Als Netzwerkorganisation hat es sich «Creative Hub» zur Aufgabe gemacht, die Schweizer Designwirtschaft voranzutreiben. Die Wissensquelle zapfen jene an, welche die Menschen nicht nur mit ihren Kreationen beglücken, son­dern auch am Markt bestehen wollen. Bei den Coachings und Workshops sprudelt das Know-how von Experten, darunter Modeschöpferin Sabine Portenier aus Thun. Auch die Macher der Berner Labels «Thomas Jakobson» und «Ait Selma» nutzten diese Impulse, um ihre Herrenaccessoires und Teppiche zu lancieren. Einerseits erweitert die Plattform den Horizont, andererseits das Beziehungsnetz zu anderen Querdenkern. «Creative Hub» profiliert das Rüstzeug, damit Kreative auf dem unebenen Boden der Designlandschaft Fuss fassen können.

Creative Hub, Schweiz

 

«Böse Buben» am Kochherd

En garde! Vier Mal im Jahr ist die Küche des Hotels «Freienhof» in Thun Schau- und Schlemmplatz des «Bad Boys Cooking Club». Dann werfen sich die dreizehn Mitglieder in schickschwarze Kutten, selbstverständlich mit teuflisch-roter Club-Logo-Stickerei, und wetzen die Messer für den langen Abend des Genusses. Zur Kochgilde, die seit 2005 auch die Zubereitung zelebriert, zählen Herren zwischen 40 und 70 Jahren. «Typische Clubstrukturen gibt es keine. Freundschaft, Spass und Emotionen stehen im Vordergrund», so Mitglied Christoph Messer. Ähnlich vielseitig wie die Gesprächs- sind die Kulinarik-Themen: Asiatisch, Pilze, Fisch oder Wild, aus eigener Jagd von Christoph Messer. Die Herren kochen, lachen, prosten – und nicht selten zieht sich der Anlass bis weit nach Mitternacht…

Bad Boys Cooking Club, Thun

 

Damit die Zukunft Formen annimmt

Dem «World Economic Forum» entsprungen, sind die «Global Shapers» eine global denkende, aber lokal agierende Community. In Bern formten die Mitglieder zwischen 20 und 30 Jahren aus den Worten bereits Taten: Im Sommer verwandelten sie den Kocherpark in ein Freiluftkino, wo man von der Picknickdecke aus Knallern wie «Die Hard 3» frönte. Eine weitere ihrer Initiativen ist der «Bärenhunger»: Sie vereint junge Bernerinnen und Berner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport, die hungrig sind auf Debatten am Mittagstisch. Die «Global Shapers» tauschen Gedanken aus, stellen Projekte auf die Beine und nehmen Einfluss, damit die Welt ein bisschen besser wird – Fleckchen für Fleckchen.

Global Shapers, Bern