Sinnliche Lingerie & Lustvolles

Gerade hat Sabrina Peter das letzte Schleifchen mit Funkelstein an den Büstenhalter genäht. Die Zürcherin kreiert Lingerie, die den weiblichen Körper reizender zur Geltung bringt, als wenn er nackt wäre. Inspiriert vom Charme einer Audrey, Marlene oder Sophie schöpft sie sinnliche Sets. Seit sie als Teenager selbst ihren ersten BH trug, ist sie fasziniert von Unterwäsche, sammelt sie gar wie andere Schuhe oder Handtaschen. In ihrem Atelier zieht sie nicht nur den ersten Pinselstrich, sondern auch die letzte Naht: Alle Büstenhalter, Einteiler oder Höschen sind von Hand genäht. «Madame Pierre» sind nur die erlesensten Materialien gut genug als anschmiegsame zweite Haut. Die selbst entworfenen Spitzen und Stickereien stammen hauptsächlich von ihrem Partner «Bischoff Textil», einem Schweizer Traditionshaus. Weil sie formende Spitzenmaterialien verwendet, verzichtet sie bei manchen Büstenhalter-Modellen auf Schalen oder Bügel – für viele Frauen eine neue Erfahrung, zu der Sabrina Peter die eine oder andere erst ermuntern muss. «Ein perfekt sitzendes Lingerie-Set verbessert das Körpergefühl augenblicklich, sogar die Haltung», beobachtet die 27-Jährige. Grundlegend sei, die Dessous richtig anzuprobieren und Träger wie auch Verschluss einmalig präzise anzupassen. «Manche Stücke entfalten ihre Wirkung übrigens besonders gut an kurvigeren Frauen». Sie wünscht sich, dass Frauen selbstbewusster mit ihren Reizen spielen, indem sie hier eine Spitze hervorblitzen lassen und da mal nur eine transparente Bluse über dem Lingerie-Top tragen. Verständlich, zumal die Edelstücke fast zu schade sind für «drunter». Vielleicht ist es ein Anfang, damit im Garten zu wandeln, zwischen Efeuranken und herzförmigen Blättern, welche die Designerin zu ihrer neusten Kollektion «Ivy Garden» anregten.

Ausgewählte Stücke sind bei «Hautnah les Dessous» in Bern erhältlich oder bei «Madame Pierre» im Onlineshop.
Fotograf: Lorenz Walter Photography

Feinsinnige Frauenfantasien

Dessous anzuprobieren, erfordert oft ein dickes Fell. Anders bei «Hautnah les Dessous»:  Hier gehen Ästhetik und Passform einher.

Der Weg zum perfekt sitzenden BH verkürzt sich meilenweit, wenn man in die Münstergasse einbiegt. Unter den Laubenbögen, etwas versteckt, befindet sich die Boutique «Hautnah les Dessous». Nachdem man den ersten Blick von der luxuriösen Unterwäsche lösen kann, fällt der zweite auf Helena Habeil. Zwischen hauchzarten Bodys und sexy Strings berät die Inhaberin ihre Kundinnen. So facettenreich die Kreationen sind, eines haben fast alle gemein: Man hat sie nie zuvor in Bern gesehen. Was an die Kleiderbügel kommt, wählt Helena Habeil sorgfältig aus. Seit vielen Jahren Dessous-­Expertin, weiss sie, was Frauen gefällt – und vor allem, was ihnen schmeichelt. Zum Beispiel die Modelle aus der Haute-Couture-Kollektion von Andres Sarda, dem Label des gleichnamigen spanischen Modemachers. Chantilly-Spitze und französische Seide prägen die avantgardistischen Looks, die auf den Laufstegen von New York bis Madrid für Furore sorgen. Aber nicht nur dort: Schliesslich definieren die femininen Schnitte jede Figur. Nicht alles, was sie im Sortiment führt, ist sichtbar. In den wohlsortierten Schubladen verbirgt sich noch so mancher Schatz. Welchen sie für welche Dame hervorholt, entscheidet sie mit Fingerspitzengefühl. Die diskrete Atmosphäre, die gross­zügigen Garderoben und das weiche Licht beschwingen die Lingerie-Laune. Kennt man das Fachgeschäft erst einmal, geht es nicht mehr darum, den Weg zu verkürzen. Vielmehr macht man gerne einen kleinen «Umweg», um sich hautnah nach den neusten «Spitzenleistungen» zu erkundigen.

Hautnah les Dessous, Münstergasse 47, Bern

«Es ist schön zu sehen, wie Lingerie das Selbstbewusst­sein stärkt.» Helen Habeil

Lyn Lingerie»: Selbstbewusste Handschrift

Porträt (schwarzweiss) Evelyn Bozzolini und Ramona Keller vom Label «Lyn Lingerie»Evelyn Bozzolini und Ramona Keller entwerfen die Dessous für ihr Label «Lyn Lingerie» nicht nur, sondern nähen sie sogar selbst. Von Hand fertigen sie pro Tag in ihrer Zürcher Manufaktur maximal neun Teile an. Die ausgebildeten Modedesignerinnen beherrschen den Spagat zwischen verspielten Details und «Macht-alles-mit»-Komfort. Stets akzentuieren die Schnitte gekonnt die Schönheit jeder Frau – überdurchschnittlich. In ihrer neuen Kollektion «Signature» finden sich Bodys, hochgeschnittene Slips und Crop-Tops mit kostbaren Schweizer Stickereien, an denen die Blicke länger haften bleiben. Länger und länger.

Lyn Lingerie, Bändlistrasse 29, Zürich

Glamour in Glattleder:  Beinkleider mit silbernen  oder goldenen Nieten,  Handschmuck sowie  Westen und Harnische aus  der Kollektion «Sleek»,  handgemacht in Zürich.