Ab in den Süden: Tessiner Tagträume

Ob für rührselige Bergdorf-Romantik mit Risotto, «seelige» Schifffahrten von Paradiesort zu Paradiesort oder nachhaltige Heiterkeit im Nationalpark – eine Richtung ist angezeigt: Südwärts!

 

«Grande Emozione» im Val Grande

Gelassenheit, Glück und Heiterkeit sind jene Gefühle, die einen beherrschen, kaum kommt man im norditalienischen Nationalpark an. Mit seinen über 146 Quadratmetern vermag er noch zig andere Emotionen zu wecken: Entzücken beim Durchwandern von Wäldern und marmoradrigem Gestein. Neugierde auf den beschilderten Themenwegen «Il respiro della storia» und dem «Geologischen Pfad», die von Vogogna aus nach La Rocca beziehungsweise nach Premosello Chiovenda führen. Ja, und auch Erleichterung, wenn man knurrenden Magens ein «Ristorante» erreicht, das mit ortstypischen Delikatessen wie Bresola, «Pan Dolce» und Ziegenkäse aufwartet.

 

Mit dem «RegioExpress Lötschberger» bis Domodossola, weiter mit dem Regionalzug nach «Vogogna Ossola». 

 


«Lago Maggiore Express»: Wers bucht, wird «seelig»

Wo anfangen bei einer Rundreise, die so vielseitig ist? Beim «Trenitalia», dessen Tiefblau jenem des Himmels nachempfunden zu sein scheint? Bei den schwindelerregenden Viadukten, den Weinbergen oder Steinhäuschen, die sich an den heitergrünen Hängen festhaken? Kaum im Stresa um sich gestaunt, ist man mittendrin im meeresblauen Langensee, der einen während drei Stunden selig auf sich schaukeln lässt. Das Schiff macht Halt in mit Charme getränkten piemontesischen Dörfchen wie Laveno, Cannero und Cannobio. «Geht es noch lange?», denkt, geschweige denn fragt hier keiner, denn schon erreicht man die Brissago-Inselchen, überwachsen mit exotischer Botanik. Weiter schippernd Richtung Locarno, weht einem schon der Hauch mediterraner Leichtigkeit entgegen. Hier an der Seepromenade ist das Leben nicht bäumig, sondern palmig … und wo aufhören? Jedenfalls nicht dann, wenn es am schönsten ist!

Mit dem «RegioExpress Lötschberger» bis Domodossola, weiter mit dem Regio-Zug nach Stresa. Anschliessend Schifffahrt nach Locarno und zurück mit der Centovalli-Bahn nach Domodossola.

 


Tabula Rasa mit dem Trubel

Philosophisch betrachtet, beschreibt «Tabula rasa» den ursprünglichen, unbelasteten Zustand der Seele. Diesem Zustand kommt man im kleinen Weiler Rasa auf 898 m ü. M. eindrücklich nahe. Schliesslich ist die Perle des Centovalli ausschliesslich mit der Luftseilbahn von Verdasio aus oder in einem zweistündigen Fussmarsch ab Intragna zu erreichen. Rustikale Steinhäuser, Stille und Startpunkte für ausgiebige Wanderungen bescheren Rasa das Prädikat «romantischstes Bergdorf des Tessins». Zur rührseligen Romantik tragen Weitsichten bis ins Tal, satte Wälder, Wiesen und blumige Gärten bei. Nicht nur herz-, sondern reiskornerweichend geht es im hiesigen Grotto zu: Stärkt man sich mit sämigem Risotto und einem Gläschen Merlot, ist nichts leichter als das – leere Tafel zu machen.

 

Mit dem «RegioExpress Lötschberger» bis Domodossola, anschliessend mit der Centovalli-Bahn nach Verdasio.