Fondue im Iglu: Schlemmen unterm Schneedach

Im Iglu des Hotels Kemmeriboden-Bad schmolz Nina Frauenknechts Herz gleichermassen wie die  Fonduemischung.

Ich war kaum aus dem Postauto gestiegen, schon erblickte ich das Iglu auf dem schneebedeckten Vorplatz des Landgasthofs Kemmeri­boden-Bad. In ein paar Stunden würde ich unter ebendiesem Schneedach Brotstückchen in geschmeidiges Käsefondue tunken – mir knurrte schon beim Gedanken ­daran der Magen. Beim Vorbeigehen konnte ich es mir nicht verkneifen, einen Blick ins Iglu zu werfen. 

 

Ich liess die Finger­spitzen über die kalten, glatten Eis­wände gleiten. Erstaunlich, wie viel Platz das Iglu bot: Neben Skulpturen vom Eiscarving-Künstler Toni Steininger beherbergte es auch Doppelbetten, Esstische und Bänke. «Das Iglu wird jedes Jahr im Dezember von zahlreichen Helfern aufgebaut, angeleitet vom Igluchef Hans Hiltbrunner», erzählte Alexandra ­Invernizzi, die mit ihrem Mann das ­Hotel führt, beim Check-in. «Abends wirds ­erst richtig romantisch», versprach sie. Tatsächlich: Als ich nach der Sauna aus meinem Zimmerfenster guckte, war die Dunkelheit hereingebrochen und der ­Vorplatz hatte sich in einen Märchengarten verwandelt.

 

 

 

Überall funkelten Lichter in allen Farben, als hätte sich ein Sternenschauer über dem Hotel ergossen. Wenig später stapfte ich durch den Schnee zum Iglu, in dem ein Tisch auf mich wartete – liebevoll gedeckt mit ­einem Trockenfleischplättli, Essigge­müse und dem hausgemachten Käsefondue. Dank fleissigem Rühren, kuscheligen Decken und heimeligem Iglu-Ambiente wurde mir auch bei Minustemperaturen nicht kalt. Zurück im Hotelzimmer fiel ich mit vollgeschlagenem Bauch ins Bett und versank in tiefen Schlaf.

An die Gabeln, fertig, rühren! Beim hausgemachten Fondue geraten Käseliebhaber ins Schwärmen …

 

 

 

Mit der Bahn nach Eschholzmatt, weiter mit dem Bus bis «Kemmeriboden-Bad». Wer keine kalten Füsse bekommt, geniesst nicht nur ein Fondue im Iglu, sondern übernachtet gleich darin.