«Nocturama»: Wenn andere schlafen …

Wenn die Welt ruht, recken sie sich:  Aufgeweckte Kerlchen schnüffeln, krasmen und munkeln im Dunkeln. Im «Nocturama» beobachtet man, was sonst verborgen bleibt.

Dreht sich die Erdkugel um ihre eigene Achse, legt sich die Nacht über sie. Nicht so in Kerzers, dort herrscht verkehrte Welt: Am helllichten Tag wandelt man im Vollmondschein, dank einer Kuppel, die das Tageslicht filtert. Allerdings nicht allein, denn entlang ­der Spazierpfade huschelt und nuschelt es. Gewöhnen sich die Augen allmählich an das silberblaue Halbdunkel, eräugt man nachtaktive Tropenbewohner auf ihren Streif- und Raubzügen.

 

Sie klettern, krabbeln und kriechen oder hängen einfach ab, wie das Faultier am Ast. Während man noch über dieses wunderliche Wesen staunt, das ein Leben in Zeitlupe führt, «fledern» flinkste Flugkünstler durch ­die Szenerie. Gerade hängen sie noch kopfüber von der ­Decke, um augenblicks ihre geschmeidigen Segel aufzuspannen.

Der wendige Nachtpilot ist das einzige Säugetier, das fliegen kann. Es gibt über 900 Arten, von der Mopsfledermaus bis zur Brillenblattnase, die 9 bis 20 Gramm leicht ist. Das Fledertier «sieht» mit den Ohren dank milli­metergenauer Echoortung.

 

Die lichtscheuen Langohren navigieren mit bis ­zu 200 Ultra­schalllauten pro Sekunde durch das Lichtlose. Raschel, raschel! Sofort schweift der Blick von oben nach ­unten: Pakas, deren Fellzeichnung an junge Wildschweine erinnert, wühlen nach Wurzeln und Samen. Begleitet von der Flugshow der Fledermäuse, wird die Nacht zum Tag, just, wenn man den Ausgang passiert.

 

Diese Nachtschwärmer nesteln im «Nocturama»

 
Greifstachler

Der Greifstachler weiss sich zu verteidigen: Seine Stacheln sind mit kleinen Widerhaken versehen. Dank kräftigen Extremitäten und Krallen ist er ein geschickter Kletterer. Seine riesige, hochempfindliche Nase kompensiert seine Kurzsichtigkeit.

 

Paka

Tagsüber versteckt sich das Nagetier, dessen Augen stark reflektieren, in Höhlen, die es in steile Hänge gräbt. Pakas leben als monogame Paare, suchen aber alleine nach Futter wie Früchte oder Blätter – und schlafen in getrennten Höhlen.

 
Wickelbär

Das knopfäugige Kerlchen turnt nachts gerne durch Baumkronen, gesichert durch seinen greiffähigen Schwanz. Kopfüber langt das Pelztierchen nach süssen, sonst unerreichbaren Früchten oder schleckt mit seiner 20 cm langen Zunge Bienenwaben aus.

 

Faultier

Auf das hängende Leben ausgerichtet, trägt das Faultier den Scheitel auf dem Bauch, sodass das Regenwasser gut abläuft. Sogar seine Organe stehen sozusagen Kopf. Der «Langweiler» aus Mittel- und Südamerika schläft pro Tag bis zu 20 Stunden.

 

Anreise mit der Bahn nach «Kerzers Papiliorama», gleich nebenan befindet sich das «Papiliorama». Tipp: Als RailAway-Kombi mit 20 % Rabatt auf dem Eintritt und 20 % Rabatt auf der An- und Rückreise mit dem öffentlichen Verkehr erhältlich.