Berns neustes In-Lokal im Test: Yummie im «Noumi»?

Neues Jahr, neuer Genuss-Hotspot: Gerade hat «Noumi» in Bern eröffnet. Doch ist das urbane Restaurant so gut wie es aussieht? Daniela und Nina haben sich quer durch Bowls und Gegrilltes geschlemmt…

Zwar schmeisse ich mit Buchstaben um mich wie manche Köche mit Gewürzen – und doch gibt es sie, diese Wörter, die ich irgendwie nicht treffend übersetzen kann. «Mouth-watering» ist so eines. Schon beim Aussprechen fühle ich das innere Lechzen nach dem Leckerbissen… Dabei läuft mir dermassen viel Wasser im Munde zusammen, dass glatt ein Goldfisch darin schwimmen könnte… Solche «mouth-watering»-Momente haben Nina und ich im neuen Restaurant «Noumi» erlebt, das sich beim legendären Hotel «Bellevue Palace» befindet.

Ultraurbaner Geist in der Hauptstadt: Das neue «Noumi» trumpft mit Nougattönen auf. (Foto ZVG: Compresso AG)

 

Die Weltsprache Englisch passt «indeed», denn offenbar haben die Macher nach Metropolen wie London geschielt: Marmortische – bestens geeignet für jedes likewillige Foodie-Foto – dazu toffeebraune Loungemöbel und eine Bar mit Direktsicht auf die kochenden Kulinarik-Künstler. Den Soundtrack zu dieser clubbigen Szenerie liefert das «Noumi» gleich mit: Ein DJ legt hier mitwipplustige Tracks auf, Abend für Abend…

 

Mit spritzigen Signature-Drinks, frisch gemixt an der Bar, stimmen wir uns ein. (Foto ZVG: Compresso AG)

 

Fajitas, ganz anders als erwartet…
Unser Grossstädterinnen-Trip vom Ledersessel aus geht in der Menükarte weiter: Während meine Pupillen im Beat der Musik zu den «sweet emotions» springen, fängt Nina richtigerweise oben bei den Vorspeisen an. «Dumplings!», ruft sie schmachtend aus. Ich will wissen, was diese ähm … Däumlinge denn seien? Gedämpfte Gemüse-Teigtaschen, klärt sie mich auf. … bestellt! Die daumengrossen Mocken hauen mich aus den Socken (sorry für so viel sprachlichen Übermut, aber sie sind echt köstlich…!).

Neu interpretierte Food-Market-Favoriten: Von Lachs bis hin zu veganen Fajitas.

Ihren Stäbchen entkommt keines: Nina dippt gedämpfte Dumplings in Szechuan-Sauce.

 

Neben einer Bowl mit mariniertem Lachs ordern wir vegane Fajitas. Letztere esse ich normalerweise nur zuhause (Stichwort: Füllmassen-Fiasko!), aber der orkanartige Optimismus, allfällige Saucensudeleien sicher wieder aus meiner Seidenblusen (Seide!) rauszukriegen, obsiegt. Doch es kommt anders: Kellnerin Janine serviert Fajita-Füllung mit knusprigen Tortillateig-Quadraten in einer Bowl – lecker und kleckerfrei!

«Mouth-watering» beim blossen Anblick: Grillierter Lachs mit virtuoser Vinaigrette.

«Bellevue» auf den Küchenchef Alex Geoffroy und sein Team im «Noumi».

 

Drei Desserts für zwei – es lebe die Unvernunft!
Nach den Hauptgängen (grillierter Lachs an Granatapfel-Pistazien-Vinaigrette, begleitet von Babykartoffel-Wedges) geben wir uns der süssen Seelenmassage hin: Eingelegte Früchte mit Schokoladen-Sauce, Blätterteig mit Vanillecreme «Paris-Berne» und pfefferminziges Schoggi-Mousse. Richtig mitgezählt: Drei Süssspeisen für nur zwei Leute (Trommelwirbel)! Wir haben es halt nicht so mit guten (Verzicht-)Vorsätzen fürs neue Jahr…

Naschen für Ambitionierte: Wir geben uns den «sweet emotions» wie «Paris Berne» hin …

 

Mit Bäuchlein – wohlig voll, aber zu voll für eine anschliessende Dance-Session bis zum Delirium – verlassen wir das neue In-Lokal, das für kosmopolitische Foodies mehr sein wird als ein kurz angebratener Flirt…

… das bringt mich zurück zur Ausgangsfrage: Wie übersetzt man «mouth-watering»?  Ganz einfach: Mit «Noumi», denn gefühlsmässig bedeuten die beiden Wörter dasselbe. Jetzt, wo das geklärt ist – wie lautet eigentlich die weibliche Form von «weltmännisch»?

Die Leichtigkeit des Seins begiessen? Oh ja, das tut Daniela – mit flüssiger Schokolade!