Ausflugstipps für einen farbenfrohen Frühling

Ein herrlich duftendes Blütenmeer, eine Wanderung durch die blühende Wildnis und eine Schifffahrt zu kunterbunten Federkleidern – diese drei Ausflugstipps sind so facettenreich wie der Frühling selbst.

 

 

Locarno: Kamelien sind prima, vera!

Eiseskälte, Grau, Matsch … Verzeihung, war da was? Im Kunterbunt der Kamelien verduften Erinnerungen an Etwaiges wie den Winter subito: Auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern erreichen 900 Kamelienarten im März ihren Blütehöhepunkt.

 

Der «Parco delle Camelie», durch den ein labyrinthartiger Rundweg führt, bietet einen didaktischen Pavillon, Wasserspiele und botanische Besonderheiten, die verdeutlichen, warum die Kamelie Poeten wie Annette von Droste-Hülshoff oder Alexandre Dumas inspirierte. In der Blumensprache flötet die asiatisch-stämmige Schönheit: «Ich bin beständig.» Beständig ist schliesslich auch die Freude, die man hier zum Frühlingsbeginn in Locarno am «Lago Maggiore» tankt.

«Parco delle Camelie», Sonderausstellung 27. bis 31. März. Mit dem «RegioExpress Lötschberger» nach Domodossla, weiter mit der Centovalli-Bahn nach «Locarno FART». 

 

«Parco Val Grande»: Südwärts ins «Dolce far tutto»

Von «niente» kann keine Rede sein im «Parco Val Grande», denn die Wildnis regt zum Tun an: Bockartig über (historische) Steine hüpfen, Rufe in tiefe Schluchten schmettern oder Pfaden wie dem «Il respiro della storia» mit einer Neugierde folgen, wie man sie vormals als Schüler in der Indianer-Projektwoche verspürte. Ausgehend vom «Palazzo Pretorio» in Vogogna, sind die Burg und der mittelalterliche Turm «Rocca» Anziehungspunkte. 

Der geologische Themenweg führt an Fels- und Gesteinsformationen vorbei, die über 300 Millionen Jahre alt sind. Nachdem man das alles erlebt hat, ist süsses Nichtstun dann doch wohlverdient: mit Ziegenkäse, Mortadella und einem Gläschen ossolanischem «Prunent».

Mit dem «RegioExpress Lötschberger» nach Domodossola, weiter mit dem Regionalzug nach «Vogogna Ossola»

 

Naturzentrum «La Sauge»: … wohin des Fluges?

Per Schiff schippert man in das grösste Schilfgebiet der Schweiz, wo sich das Naturzentrum «La Sauge» befindet. Hier am Neuenburgersee tschilpt und tiriliert es aus allen Himmelsrichtungen. Immer dem Schnabel nach, poussieren Kiebitze, Uferschwalben oder Kuckucke im Wasser- und Zugvogelreservat von internationalem Rang.

 

Von vier Hütten aus beobachtet und belauscht man rund 200 Vogelarten, wobei die Halme in das Zwitschern einstimmen und Sagenhaftes fispern: Das Federkleid des Eisvogels sei einst grau gewesen. Doch als Noah ihn von der Arche ausschwärmen liess, um Festland zu erspähen, musste er einem Sturm ausweichen. Dabei flog er so hoch, dass die unter ihm liegende Sonne seinen Bauch glutrot färbte und sein Rücken das Himmelblau annahm. … während man über dem Mythos brütet, ertönt ein «Tji, tji, tji» – mag das der «fliegende Edelstein» sein?

 

Kiebitz: «BirdLife Schweiz» hat den vom Aussterben bedrohten Kiebitz zum Vogel des Jahres 2019 erkürt. Er fällt auf durch seinen typischen Ruf «Kiwit it it kiwi», sein metallisch-schimmerndes Gewand und die lange, abstehende Federtolle am Hinterkopf.

Eisvogel: Seine schillernde Gestalt hat den 40 Gramm leichten Farbtupfer berühmt gemacht. Zwar ist er ein seltener Vogel, doch das «BirdLife»-Naturzentrum «La Sauge» zählt zu den besten Standorten der Schweiz für die Beobachtung dieses prächtigen Piepmatzes.

Der Buchfink ist ein farbenfroher Geselle, der bei Schönwetter seine Gesänge schon im Februar schmettert. In Wäldern, Gärten oder Parks lässt der Insekten-Schnabulierer seinen «Finkenschlag» oft hunderte Male pro Stunden ertönen.

 

Mit dem Schiff ab Neuenburg, Murten oder Biel bi«La Sauge» oder mit der Bahn nach Ins, weiter mit dem Bus bis «Cudrefin, La Sauge». Mo. geschlossen, Di. bis So. 9–18 Uhr.