Wandern im Emmental: Dem Napf entgegen

Nina Frauenknecht wird auf ihrer Wanderung von Trub auf den Napf zur (Nuss-)Gipfelstürmerin und lernt das Emmental von seiner Schokoladenseite kennen.

Als wir in Trub aus dem Bus steigen, bringt ein laues Lüftchen die rot leuchtenden Geranienblüten vor den Bauernhäusern zum Tänzeln – fast wirkt es so, als würden sie uns zur Begrüssung zuwinken. Im idyllischen Emmentaler Dörfchen beginnt unsere Wanderung auf den Napf.

Mit Sonne im Gesicht und Proviant in den Taschen machen wir uns auf den Weg nach Fankhaus. Diese neu angelegte Wanderetappe führt entlang der Trueb durchs Tal, vorbei an saftig-grünen Wiesen und durch Waldabschnitte, die nach Moos duften.

Bei Fankhaus lassen wir das Rauschen des Flusses hinter uns und steigen steil hinauf Richtung Höstulle. Als wir über Stock, Stein und dicke Wurzeln stiefeln, sind wir froh um die Schatten spendenden Baumkronen, die gelegentlich einen atemberaubenden Blick auf die Hügellandschaft des Emmentals und die verschneiten Alpen freigeben.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Die steilen Aufstiege…

 

… werden mit Ausblicken wie diesem belohnt.

 

Während einer Picknick-Pause zwischen «Söiblueme» und «Margritli», stampft ein bärtiger Bergbauer an uns vorbei – «ufem Wäg, ä Zuun z’repariere», wie er erklärt. Wir schildern ihm unsere Wanderroute, woraufhin sich Lachfältchen um seine blauen Augen zeichnen: «Meine Frau arbeitet im Bergrestaurant als Kellnerin – grüsst sie nett von mir». Auch ich muss schmunzeln – das Emmental ist halt ein Dorf.

 

Auf der Wanderstrecke begegnet man zahlreichen lauschigen Plätzchen, die zum Verweilen einladen.

 

 

Wir verabschieden uns und nehmen die letzte, steile Wanderetappe in Angriff, bis wir unser Ziel erreichen: Der Napf – höchster Aussichtspunkt zwischen Entlebuch und Emmental – belohnt uns mit einer bilderbuchreifen Aussicht auf die Berner Alpen, den Jura und über das Mittelland. Diese geniessen wir bei einem Nussgipfel vom «Berghotel Napf» … ob ich mir so den Titel «Gipfelstürmerin» verdiene?

 

Verdiente Verpflegung: Auf der Hotel-Terrasse und bei frischer Bergluft schmeckt der Nussgipfel doppelt gut.

 

Hochgefühle auf 1400 m ü. M.: Philipp Müller, Online-Redaktorin Nina Frauenknecht, Sarah Tanner und Lasse Halle (v. l. n. r.) vor der imposanten Alpenkulisse.

 

Gestärkt treten wir den Heimweg an und steigen auf die Mettlenalp hinab. Dort wartet bereits der BLS-Wanderbus, der uns und unsere allmählich müden Beine zurück nach Trubschachen bringt. Gemächlich tuckern wir durchs Tal, als mir von den Bauernhäusern wieder Geranienblüten entgegenleuchten und im Wind tänzeln – fast dünkt mich, es wäre ihr Abschiedsgruss.

 

Einsteigen bitte! Im BLS-Wanderbus geniessen wir ein letztes Mal die malerische Landschaft des Emmentals.

 

 

Gut zu wissen:

BLS-Wanderbus: Der Wanderbus verkehrt ausschliesslich samstags und sonntags sowie an allgemeinen Feiertagen. Hier findet ihr weitere Wanderrouten mit dem BLS-Wanderbus.

 

«Kambly Erlebnis»: Vor der Wanderung lohnt sich ein Besuch bei «Kambly», gleich neben dem Trubschacher Bahnhof, um sich mit einer Tasse Kaffee zu stärken und nach der Güetzi-Degustation ein Päckchen Süsses als Proviant einzupacken.

 

Zusatzwanderung: Die Wanderung auf den Napf ist kombinierbar mit dem «Holzbrücken-Weg» als Zweitagestour (Freitag und Samstag oder Samstag und Sonntag) mit Übernachtung im «Landgasthof Löwen» in Trub.

 

 


Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit BLS entstanden.