Wie eine Blumenwiese des Designs

Kaum ausgesät, schon verbreitet sich die Neuigkeit wie Pusteblumen: Designliebhaber haben längst Wind davon gekriegt – der «Swiss Design Market» kehrt zurück nach Bern. 

Einblick in den Laden von «Swiss Design Market».
Pop, Pop, Pop-up! Der «Swiss Design Market» sorgt mit rund 80 Labels für Herzklopfen.

Durch das Feld streifen, das man mit ebenso viel Neugierde wie Achtsamkeit betreten hat. Von Halmen gestreichelt,

die Pfade des Einheitsgrüns verlassen, hier an einer raren Blüte schnuppern und sich da bewusst für eine entscheiden, die man schliesslich abzupft. Was die Blumenwiese in der Natur ist, ist der «Swiss Design Market» in der Designwelt. Hegen und Pflegen tun diesen jene zwei, die ihn vor vier Jahren von Grund auf aufzogen: Martina Unternährer vom Textillabel «Storyfabrics» und Stefan Egli von der Designmöbelfirma «Home3 Design» sind die Initianten des grössten

Pop-up-Stores für Schweizer Design. «Seit vier Jahren unterstützen wir mit Boutiquen an verschiedenen Standorten Designschaffende dabei, ihre Kreationen an Leute zu bringen, die Spass haben an Nachhaltigem von hier», erläutert Stefan Egli. Der Lockdown habe gezeigt, dass die Verlagerung auf das Online-Geschäft für kleine Manufakturen bedingt möglich und vor allem bedingt wirksam sei: «Wir setzen deshalb auf das Erlebnis vor Ort.»

Nach Halten in Zürich, Baden, Luzern, Hong Kong und Seoul zieht der Markt nach Bern weiter – nicht zum ersten Mal. Jene, bei denen manchmal ein wenig Wehmut aufkommt, wenn sie durch die Zeughaus- oder Spitalgasse flanieren, erinnern sich: Hier gastierte das Pop-up bereits in den letzten Jahren. An noch gedeihlicherer Lage, an der Marktgasse

53, präsentieren sich ab dem 3. August Labels, darunter «Adrian Reber» mit Herrenmode, «Tannerei» mit Schmuck und «Fräulein Rosarot» mit Accessoires. Über 130 Labels bekundeten ihr Interesse, wobei die Market-Macher deren 80 erlesen. Entgegen dem Giesskannenprinzip will das Bouquet also behutsam arrangiert sein, das schliesslich auf 250 m2 erblüht. So keimt die Auslage in der von der Historie charmierten Lokalität mit jeder Sonnenumdrehung üppiger, bis der verschlungene Lustgarten der Lieblingsstücke seine Tore öffnet. Das Angebot an Mode, Accessoires, Textilien,

Geschirr, Keramik und Möbel wurzelt hier lange genug, sodass man es auch noch als Geschenk zu Weihnachten

pflücken kann – das fühlt sich beglückend an. Fast wie Blumenwiesebaden.

Swiss Design Market, Marktgasse 53, Bern, 3. August 2020 bis 31. Januar 2021.