VELO? Längst gesattelt!

… jetzt fehlt nur noch die Route: Das «Veloland Bern» bietet mit 35 Touren reichlich Inspiration. Immer dem «Gido» nach über «Gib Gutzi»-Geraden, hügelige Heiterkeit und speichen umspassende Schönstrassen.


Speichenstellung: parallel zum See

Auf der Panorama-Tour am Beatenberg gelangt man von Thun aus über tausend Höhenmeter nach Interlaken Ost, sodass die Kalorienverbrennung auch Hochtouren läuft – wie magenberu­higend, dass die Strecke vorbeiführt an verschiedenen Hofläden, die lokale Leckereien wie Alpkäse aus dem Justital bieten, mit dem man den inneren Motor wieder auftankt: Kein Knurren stört mehr den überwältigenden Ausblick auf den Thunersee, umrahmt von Viertausendern. Begonnen bei den Blumenwiesen Thuns, führt die 48 Kilometer lange Strecke durchgehend via asphaltierte Hauptstrassen in das beinahe alpine Justital. Lauschige Stille geniesst man im Dorf Beatenberg, der Sonnen­terrasse hoch über dem Thunersee, ehe die Tour im Trubel der Tourismusstadt Interlaken endet. Wer den Stirnschweiss weiter verdampfen lassen will, geht mitsamt dem Velo an Bord eines Dampfschiffs und schippert retour nach Thun.


Wegbeschreibung: Thun – Steffisburg – Heiligenschwendi – Sigriswil – Beatenberg– Interlaken Ost (via Veloland-Routen 4, 8, 61 und 99).


 

Windeseile mit Weile

Spielfeld dieser 34 Kilometer langen Tour, die im schachbrettartig, nach den Bedürfnissen der Uhrenindustrie erbauten La Chaux-de-Fonds beginnt, ist der Jurarücken. Strampelnde «Spielfiguren» sind sonnenanbetende Fahrradenthusiaten, die quasi beim Vorbeifahren ihr Verständnis für erneuerbare Energien verbessern wollen. Die Strecke ist aber nicht dem gewürfelten Zufall überlassen: Zug um Zug – oder Pedaltritt um Pedaltritt – führt die erste Etappe auf den Mont Soleil, wo die grösste Forschungs- und Demonstrationsanlage zur Sonnen- und Windgewinnung der Schweiz in den Himmel ragt. Nahe den Sonnenkollektoren erneuert man bei einem Picknick an der Feuerstelle seine eigene Energie, ehe man sich weiter auf die Zielgerade Richtung Tramelan begibt – die mächtigen Windräder stets hoch über dem Helm kreisend.


Wegbeschreibung: La Chaux-de-Fonds (NE) – Mont Soleil – Mont Crosin – Col du Mont – Crosin – Tramelan (via Veloland-Routen 7 und 54).

 

Im grossen Moos viel los

Die Tour beginnt und endet im mittelalterlichen Städtchen Aarberg, deren Wahr­zeichen eine historische Holzbrücke aus 60 Meter langen Fichtenstämmen ist. Dazwischen durchquert man das Grosse Moos, das die Gebiete rund um den Bieler-, den Neuenburger- und den Murtensee umfasst. Die einstige Sumpflandschaft ist nach der Gewässerkorrektion zum fruchtbaren «Gemüsegarten der Schweiz» avanciert, so fährt man entlang von weiten Ebenen, auf denen grüne bis dunkel­violette Salate in Reih und Glied ihre knackigen Köpfe aus der schwarzen Erde strecken. Vorbei an wispernden Wiesen, der teilweise salatkopfgrünen Aare und dem Murtensee führt die Fahrt über das hügelige Golaten-Plateau am vogelarten­reichen Stausee Niederried dorthin, wo alles angefangen hat: nach Aarberg, mög­licherweise mit ausgeprägtem Appetit, den zahlreiche Restaurants zu stillen wissen.


Wegbeschreibung: Aarberg – Müntschemier – Ins – Muntelier/Murten (FR) –

Kerzers (FR) – Golaten – Aarberg (via Veloland-Routen 8, 44, 59, 94).


 

Zuerst pedalen, dann plantschen

In der Altstadt von Burgdorf mit ihrem Schloss – einst ein Gefängnis, heute eine Sehenswürdigkeit mit Restaurant, Jugendherberge, Museum und Trauzimmer – nimmt der Ausflugs seinen Anfang. Via Wynigen und Herzogenbuchsee steuert man den beschaulichen Burgäschisee an, ein­gerahmt von Erlenwald, der an der Grenze zum Kanton Solothurn liegt. Steigungen gibt es auf der insgesamt 46 Kilometer langen Strecke keine zu «erstrampeln», dafür umso mehr Steigerungen des Spasses. Zum Beispiel bei einem Picknick auf einem der versteckten Holzstege oder einem Frischekick-Fussbad unter den Glupschaugen von Egli, Hecht oder Felchen. Wer nach der Beinarbeit auch noch die Arme in Schwung bringen mag, kann rudern statt radeln: Eine Bootsfahrt durch das Idyll stimmt roman­tisch – und ein auf den Rückweg, vorbei an schmucken Bauerndörfern.


Wegbeschreibung: Burgdorf – Wynigen – Herzogenbuchsee – Burgäschisee – Koppigen – Kirchberg (BE) – Burgdorf (via Veloland-Routen 24, 34, 84, 99, 801).



 

Diese und weitere Touren inkl. Streckenkarten und Tipps sind zu finden im Buch «Veloland Bern» (Fr. 39.–): mis-magazin.ch/shop

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